Die Spielbankabgabe in Deutschland
Die Spielbankabgabe ist eine landesrechtliche Abgabe auf den Bruttospielertrag (BSE) von staatlich konzessionierten Spielbanken (Casinos). Sie ist keine Bundessteuer, sondern wird in jedem Bundesland separat geregelt — mit erheblichen Unterschieden in der Höhe. Im Gegenzug sind Spielbanken von der Gewerbesteuer befreit. Umsatzsteuer fällt auf das Glücksspiel seit 2006 dagegen an; viele Länder rechnen sie auf die Spielbankabgabe an.
Wie hoch ist die Spielbankabgabe je Bundesland?
Die Spielbankabgabe ist progressiv oder gestaffelt — je mehr die Spielbank einnimmt, desto höher der Satz:
Die Sätze unterscheiden sich stark: Viele Länder staffeln progressiv nach der Höhe des Bruttospielertrags, teils mit Spitzensätzen um 80 %, und erheben zusätzlich Sonderabgaben. Die genauen Werte stehen in den Spielbankgesetzen der Länder.
Der Bruttospielertrag (BSE) = Spieleinsätze aller Spieler minus aller ausgezahlten Gewinne. Bei einem BSE von 10 Mio. € und einem Satz von 50 % gingen also 5 Mio. € an das Land.
Wie unterscheidet sich die Spielbankabgabe von der Vergnügungsteuer?
| Spielbankabgabe | Vergnügungsteuer | |
|---|---|---|
| Gilt für | staatl. konzessionierte Casinos | Spielhallen, Gaststätten |
| Erhoben von | Länder | Gemeinden |
| Befreiung von | Gewerbesteuer | keine Befreiungen |
| Steuersatz | progressiv, teils bis ~80 % des BSE | je nach Gemeinde, deutlich niedriger |
Spielhallen (mit Geldautomaten) unterliegen der kommunalen Vergnügungsteuer. Echte Casinos mit staatlicher Konzession zahlen dagegen die Spielbankabgabe — und erhalten dafür eine Art Monopolschutz.
Was ist die Troncabgabe?
Der Tronc ist der Sammeltopf der Trinkgelder, die Gäste an den Spieltischen geben; aus ihm wird ein großer Teil der Personalkosten der Croupiers bestritten. Einige Länder erheben auf das Troncaufkommen eine eigene Troncabgabe. Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land.
Wie viele Spielbankkonzessionen gibt es in Deutschland?
Deutschland hat rund 50 staatlich zugelassene Spielbanken (Stand 2025), verteilt über die meisten Bundesländer. Die Anzahl ist rückläufig — einige Spielbanken wurden in den letzten Jahren geschlossen, da Online-Casinos zunehmend Konkurrenz machen.
Geschichte
Die ersten deutschen Spielbanken entstanden im 19. Jahrhundert in mondänen Kurorten wie Baden-Baden und Bad Homburg (die Spielbank Bad Homburg eröffnete 1841). Spielbanken galten lange als moralisch bedenklich und wurden in vielen Phasen der deutschen Geschichte verboten oder stark eingeschränkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie als Tourismusattraktionen und Staatseinnahmen wieder zugelassen — mit hohen Abgaben als gesellschaftliche Rechtfertigung.