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Pendlerpauschale 2026: Was du pro Kilometer wirklich absetzen kannst

Seit 2026 gibt es 38 Cent für jeden Entfernungskilometer – ab dem ersten, nicht mehr erst ab dem 21. Die Pendlerpauschale klingt einfach, hat aber Tücken. Wer profitiert wirklich, und was zählt als Arbeitsweg?

10. August 2026·6 Min. Lesezeit·vollbesteuert RedaktionStand: 26. September 2026
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Die Pendlerpauschale – korrekt Entfernungspauschale – ist einer der bekanntesten Steuervorteile für Arbeitnehmer. Trotzdem verschenken viele Geld, weil sie die Regeln nicht genau kennen. Ein Überblick über Sätze, Grenzen und häufige Fehler.

Wie hoch ist die Pendlerpauschale aktuell?

Seit dem 1. Januar 2026 gibt es 38 Cent für jeden vollen Entfernungskilometer – ab dem ersten Kilometer. Gezählt wird die Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, nicht die gefahrene Strecke: also nur der einfache Weg, unabhängig vom Verkehrsmittel (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG).

ZeitraumPauschale je Entfernungskilometer
bis 202530 Cent für km 1–20, 38 Cent ab km 21
seit 202638 Cent ab dem ersten Kilometer

Rechenbeispiel

Bei 35 km einfacher Entfernung und 220 Arbeitstagen im Jahr: 35 km × 0,38 € = 13,30 € pro Tag × 220 Tage = 2.926 € Werbungskosten im Jahr. Nach der alten Staffelung wären es 2.574 € gewesen – die Vereinheitlichung bringt hier 352 € mehr Werbungskosten.

Die höhere Rate ab dem 21. Kilometer war 2021 als Ausgleich für den CO₂-Preis auf Sprit eingeführt worden und galt zunächst befristet. Mit dem Steueränderungsgesetz 2025 wurde sie auf alle Kilometer ausgedehnt und entfristet. Am meisten gewinnen dadurch Pendler mit kurzen und mittleren Wegen: Bis 20 km steigt die Pauschale um gut ein Viertel, darüber bleibt der Zuwachs bei 1,60 € pro Arbeitstag.

Wirkt sich die Pendlerpauschale immer steuerlich aus?

Wichtig: Die Entfernungspauschale ist eine Position innerhalb der Werbungskosten. Sie wirkt sich nur dann tatsächlich steuermindernd aus, wenn deine gesamten Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € übersteigen, den das Finanzamt ohnehin automatisch ansetzt (§ 9a EStG). Bei kurzen Arbeitswegen reicht die Pendlerpauschale allein oft nicht aus, um über diese Grenze zu kommen – dann bringt sie steuerlich nichts extra, weil der Pauschbetrag sowieso greift.

⚠️

Als Faustregel: Bei 220 Arbeitstagen übersteigt die Pendlerpauschale ab etwa 15 km einfacher Entfernung allein schon den Pauschbetrag (15 km × 0,38 € × 220 = 1.254 €). Bei kürzeren Strecken oder vielen Homeoffice-Tagen lohnt sich der Blick auf weitere Werbungskosten (Arbeitsmittel, Fortbildungen, Fachliteratur), um den Pauschbetrag zu übertreffen.

Was zählt als "Entfernung"?

Maßgeblich ist grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Eine längere Strecke darf nur angesetzt werden, wenn sie offensichtlich verkehrsgünstiger ist – also regelmäßig zu einer kürzeren Fahrzeit führt, etwa durch Autobahnnutzung statt Landstraße.

Bei mehreren Wohnungen zählt die, von der aus überwiegend zur Arbeit gependelt wird. Bei mehreren Fahrten am selben Tag (z. B. Mittagspause zuhause) wird die Entfernungspauschale nur einmal täglich angesetzt, nicht pro Fahrt.

Für wen gilt der Deckel von 4.500 Euro?

Die Entfernungspauschale ist auf 4.500 € im Jahr begrenzt – aber nicht, soweit du mit dem eigenen oder einem dir zur Nutzung überlassenen Auto fährst (z. B. Firmenwagen). Autofahrer können also auch bei sehr langen Wegen die volle Pauschale ansetzen.

Der Deckel trifft damit vor allem:

  • Bahn- und Busfahrer
  • Radfahrer und Fußgänger
  • Mitfahrer in Fahrgemeinschaften (an den Tagen, an denen sie nicht selbst fahren)

Praktisch relevant wird er erst bei langen Wegen: Bei 220 Arbeitstagen ist die Grenze ab rund 54 km einfacher Entfernung erreicht.

Zwei Ausnahmen gehen über die Pauschale hinaus:

  • Öffentliche Verkehrsmittel: Sind die tatsächlichen Ticketkosten im Jahr höher als die Pauschale, dürfen sie stattdessen angesetzt werden (§ 9 Abs. 2 Satz 2 EStG).
  • Menschen mit Behinderung (Grad der Behinderung mindestens 70, oder mindestens 50 mit Merkzeichen „G") dürfen die tatsächlichen Kosten statt der Pauschale ansetzen (§ 9 Abs. 2 Satz 3 EStG).

Was deckt die Entfernungspauschale ab?

Die Entfernungspauschale deckt sämtliche Aufwendungen für den Arbeitsweg ab – unabhängig vom tatsächlichen Verkehrsmittel. Das bedeutet: Wer mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit Bus und Bahn oder als Mitfahrer im Auto zur Arbeit kommt, kann trotzdem die Pauschale ansetzen, auch wenn die tatsächlichen Kosten viel geringer sind (z. B. beim Fahrrad).

Deutschlandticket und Jobticket

Wer ein selbst bezahltes Deutschlandticket nutzt, setzt trotzdem die Entfernungspauschale an – die Ticketkosten spielen nur eine Rolle, wenn sie im Jahr höher sind als die Pauschale. Bei den meisten Pendlern ist die Pauschale deutlich höher. Anders beim Jobticket: Zahlt der Arbeitgeber es steuerfrei, wird dieser Zuschuss auf die Entfernungspauschale angerechnet und mindert sie.

Kannst du Entfernungspauschale und Homeoffice-Pauschale am selben Tag kombinieren?

In der Regel nicht. Für jeden Arbeitstag gilt entweder:

Für einen Tag im Homeoffice gibt es also keine Entfernungspauschale – die gilt nur für Wege, die du wirklich zurücklegst. Wer in einer Woche drei Tage zuhause und zwei Tage im Büro arbeitet, rechnet beide Pauschalen für die jeweiligen Tage getrennt zusammen.

Die einzige Ausnahme: Wer beim Arbeitgeber dauerhaft keinen anderen Arbeitsplatz hat – typisch bei Lehrkräften, die den Unterricht vorbereiten und korrigieren –, darf die Homeoffice-Pauschale auch an Tagen ansetzen, an denen er zur Tätigkeitsstätte fährt. Dann kommen beide Pauschalen für denselben Tag zusammen.

Kurz zusammengefasst

  • 38 Cent je Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer (seit 2026, vorher 30 Cent bis km 20)
  • Nur die einfache Strecke zählt, unabhängig vom Verkehrsmittel
  • Wirkt sich erst aus, sobald die Werbungskosten insgesamt 1.230 € übersteigen – bei 220 Arbeitstagen ab etwa 15 km
  • Deckel von 4.500 €/Jahr, aber nicht für Fahrten mit dem eigenen oder überlassenen Auto
  • Homeoffice-Tage: Homeoffice-Pauschale statt Entfernungspauschale, beides am selben Tag nur ohne anderen Arbeitsplatz

Wie sich die Pendlerpauschale auf deine Steuerlast auswirkt, kannst du mit dem Einkommensteuer-Rechner durchspielen.


Quellen:

Mehr zum Thema:

❓Häufige Fragen

Wie hoch ist die Pendlerpauschale 2026?▾

38 Cent je Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer – jeweils nur für die einfache Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, unabhängig vom Verkehrsmittel. Bis Ende 2025 gab es für die ersten 20 Kilometer nur 30 Cent.

Wirkt sich die Pendlerpauschale bei jedem Arbeitsweg steuerlich aus?▾

Nur wenn die gesamten Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro übersteigen, den das Finanzamt automatisch ansetzt. Bei 220 Arbeitstagen schafft die Pendlerpauschale das ab etwa 15 km einfacher Entfernung allein.

Gibt es eine Obergrenze für die Entfernungspauschale?▾

Ja, 4.500 Euro im Jahr – aber nicht, soweit du mit dem eigenen oder einem dir überlassenen Auto fährst. Der Deckel trifft also vor allem Bahn- und Busfahrer, Radfahrer und Mitfahrer. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, darf höhere tatsächliche Ticketkosten statt der Pauschale ansetzen.

Kann ich Pendlerpauschale und Homeoffice-Pauschale am selben Tag kombinieren?▾

In der Regel nicht: Für jeden Tag gilt entweder die Entfernungspauschale (Bürotag) oder die Homeoffice-Pauschale von 6 Euro (Tag überwiegend zuhause, ohne Fahrt ins Büro). Ausnahme: Wer beim Arbeitgeber dauerhaft keinen anderen Arbeitsplatz hat – etwa Lehrkräfte –, kann an Tagen mit Fahrt zur Tätigkeitsstätte zusätzlich die Homeoffice-Pauschale ansetzen.

Korrekturen zu diesem Artikel

  • Der Artikel nannte für 2026 noch die alte Staffelung (30 Cent für die ersten 20 km, 38 Cent ab dem 21. km). Seit 1. Januar 2026 gelten einheitlich 38 Cent ab dem ersten Kilometer. Rechenbeispiel und Faustregel sind entsprechend angepasst. Außerdem präzisiert: für wen der 4.500-€-Deckel gilt und wann Homeoffice- und Entfernungspauschale am selben Tag zusammentreffen können.

Veröffentlicht am 10. August 2026 · vollbesteuert Redaktion
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